AIMdefense Plugins

AIMdefense bringt eigene Zusatzmodule mit, die über den Funktionsumfang der Grundinstallation hinausgehen. Dieses Kapitel beschreibt, was sie tun, wo sie in der Oberfläche zu finden sind und was Sie beim Betrieb wissen sollten.

Alle hier beschriebenen Module tragen Paketnamen mit dem Vorsatz os-s2f. Sie werden über System ▸ Firmware ▸ AIMdefense AppStore verwaltet.

Anbindung an die zentrale Plattform

COD Registration (os-s2fcod)

Menü: Lobby ▸ COD Registration

Das Central Operations Dashboard, kurz COD, ist die zentrale Verwaltung für eine Flotte von AIMdefense-Firewalls. Bevor COD eine Firewall verwalten kann, muss diese sich dort anmelden. Genau das leistet dieses Modul.

Der Ablauf hat drei Schritte. Sie melden sich mit Ihrem COD-Konto an, Sie wählen Mandant und Standort, und Sie reichen die Firewall zur Genehmigung ein.

Dabei übergibt die Firewall an COD einen auf der Firewall erzeugten API-Schlüssel samt Geheimnis. Mit diesen Zugangsdaten greift COD anschliessend auf die Firewall zu. Das Geheimnis wird genau einmal angezeigt und nicht auf der Seite gespeichert.

Einstellungen

Feld

Bedeutung

COD URL

Basisadresse Ihrer COD-Instanz. Fehlt das Schema, wird https:// ergänzt.

Firewall IP / FQDN

Adresse, unter der COD diese Firewall erreicht. Wird beim ersten Laden automatisch ermittelt, in der Reihenfolge WAN, LAN, erstes Interface mit IPv4-Adresse. Ein selbst gesetzter Wert wird nie überschrieben.

Firewall Port

Port der Firewall-API. Vorgabe 443.

User

Lokaler Firewall-Benutzer, dem der API-Schlüssel gehört.

API Key / Secret

Zugangsdaten für COD. Über Generate new key neu erzeugbar.

Username / Password / OTP

Anmeldedaten Ihres COD-Kontos. Das Einmalkennwort ist nur nötig, wenn es für das Konto eingeschaltet ist.

Tenant / Location

Mandant und Standort. Erscheinen erst nach erfolgreicher Anmeldung.

Was Sie wissen sollten

Note

Die Seite hat keine Speichern-Schaltfläche. Adresse, Port und COD-Adresse werden erst bei einer erfolgreichen Registrierung dauerhaft gespeichert. Ein Abbruch mittendrin hinterlässt nichts.

Note

Ihr COD-Konto braucht im Zielstandort das Recht, eine Firewall anzulegen. Fehlt es, schlägt die Registrierung fehl, obwohl die Anmeldung geklappt hat. Liefert COD keine Standorte, bleibt der Registrierungsbereich verborgen.

Warning

Das Zertifikat der COD-Instanz wird nicht geprüft. Das ist bewusst so, weil COD in aller Regel vom Kunden selbst betrieben wird und häufig ein eigenes oder selbstsigniertes Zertifikat verwendet. Betreiben Sie die Verbindung deshalb in einem Netz, dem Sie vertrauen.

Die Anmeldesitzung bei COD hält rund 15 Minuten. Läuft sie ab, müssen Sie sich neu anmelden, bei eingeschaltetem Einmalkennwort mit einem frischen Code.

Erkennt COD die benötigte Schnittstelle nicht, bricht die Anmeldung mit dem Hinweis ab, dass COD und AIMdefense zueinander passende Fassungen brauchen.

Als eindeutiges Merkmal meldet die Firewall ihre Seriennummer. Ist keine verwertbare Seriennummer vorhanden, wird die Kennung des Systems verwendet, ersatzweise der Rechnername.

Ereignismeldungen an COD

Nach der Registrierung meldet die Firewall von sich aus Ereignisse an COD: Umschaltungen der Ausfallsicherung, Konfigurationsänderungen und Gateway-Alarme. Welche davon überwacht werden, gibt der Standort in COD vor. Fehler beim Melden landen im Systemprotokoll und werden sonst verworfen, der Betrieb der Firewall ist davon nicht betroffen.

Lizenzverwaltung (os-s2flic)

Menü: Lobby ▸ AIMdefense License

Hier registrieren Sie Ihre AIMdefense und verwalten die Lizenz. Es gibt sowohl die Registrierung mit einem Lizenzschlüssel als auch eine Testregistrierung.

Bei der Registrierung überträgt die Firewall Angaben zur Hardware, dazu den Lizenzschlüssel und eine Maschinenkennung. Die Prüfung läuft danach regelmässig im Hintergrund.

Note

Die Registrierung stösst zusätzlich eine Vergrösserung des Dateisystems an, sofern noch ungenutzter Platz auf dem Datenträger vorhanden ist. Das ist beabsichtigt und sorgt dafür, dass ein Gerät nach der Inbetriebnahme den vollen Speicher nutzt.

Oberfläche und Menüführung

Designs (os-s2fthemes)

Das Paket bringt die Erscheinungsbilder der AIMdefense mit, also Farben, Schriften und Logos. Es hat keinen eigenen Menüpunkt. Das Design wird bei der Installation gesetzt und nur dann in die Konfiguration geschrieben, wenn es sich tatsächlich ändert.

Note

Die Menüsymbole einiger Module stammen aus diesen Designs. Ohne das Designpaket fehlen sie.

Softwarequellen und App Store

Paketquellen (os-s2frepo)

Menü: System ▸ Firmware ▸ AIMdefense Repository

Hier stellen Sie ein, aus welcher Quelle die Firewall ihre Pakete und Aktualisierungen bezieht.

Note

Für den Wirkbetrieb ist ausschliesslich die Produktivquelle unterstützt. Andere Quellen sind für Erprobung gedacht.

Die eingestellte Quelle wird regelmässig im Hintergrund überprüft und bei Bedarf wiederhergestellt.

App Store (os-s2fappstore)

Menü: System ▸ Firmware ▸ AIMdefense AppStore

Der App Store zeigt die verfügbaren Zusatzmodule als Kacheln, nach Themengebieten in Reitern geordnet. Von hier aus installieren und entfernen Sie Module.

Note

Es sehen nicht alle Systeme dieselben Kacheln. Angezeigt wird nur, was zur vorliegenden Hardware und zum gebuchten Lizenzumfang passt. Passt in einem Themengebiet keine einzige Kachel, verschwindet der Reiter ganz. Wenn Sie ein Modul vermissen, prüfen Sie zuerst Ihre Lizenz.

Der Verlauf einer Installation wird in einem Ausgabefeld mitgeschrieben.

Grundmodul und Systemwerkzeug

Grundmodul (os-s2fbase)

Das Grundmodul bringt die AIMdefense-Kennzeichnung der Oberfläche mit und stellt sicher, dass die AIMdefense-Module auf Bestandsgeräten nachgerüstet werden. Es hat einen eigenen Menüpunkt ganz unten im Menü.

Umgebung (os-s2fenv)

Menü: System ▸ Settings ▸ AIMdefense Environment

Hier hinterlegen Sie Umgebungsangaben, unter anderem einen Vermittlungsserver für ausgehende Verbindungen.

Note

Adresse und Port des Vermittlungsservers gehören zusammen. Entweder Sie füllen beide Felder oder Sie lassen beide leer.

Werkzeugkasten (os-s2ftools)

Der Werkzeugkasten enthält Skripte für die Kommandozeile, vor allem zur Vergrösserung des Dateisystems. Er hat keine eigene Oberfläche.

Danger

Diese Skripte verändern die Partitionierung. Sie stellen dabei Rückfragen und brechen ab, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Legen Sie vorher eine Sicherung an.

Anbindung an Fremdsysteme

Unifi-Controller (os-s2funifi)

Menü: Wireless ▸ Unifi ▸ Controller

Betreibt einen Unifi-Controller direkt auf der Firewall. Damit verwalten Sie Ihre Zugangspunkte, ohne einen zusätzlichen Server aufzustellen.

Host-Routing (os-s2fhostroute)

Erlaubt Routen auf einzelne Rechner statt nur auf ganze Netze. Das Modul hat keine eigene Oberfläche, es erweitert die vorhandene Routenverwaltung.

Mail und Abwehr

Fetchmail (os-s2ffetchmail)

Menü: Services ▸ AIMdefense Fetchmail

Holt Nachrichten aus fremden Postfächern ab und stellt sie lokal zu. Je Postfach legen Sie einen Eintrag mit Server, Zugangsdaten und Zielempfänger an. Es gibt eine eigene Protokollansicht.

rspamd (os-s2frspamd)

Menü: Services ▸ AIMdefense Rspamd

Prüft Nachrichten auf unerwünschte Post. Neben den Einstellungen gibt es eine Auswertung und eine Lernfunktion.

Warning

Das Kennwort der rspamd-Weboberfläche wird im Klartext in der Konfiguration abgelegt. Verwenden Sie dort kein Kennwort, das Sie anderswo ebenfalls benutzen. Ohne gesetztes Kennwort wird die Weboberfläche gar nicht erst eingerichtet.

Abwehr (os-s2fdefense)

Menü: Firewall ▸ AIMdefense

Sperrt Verbindungen anhand von Herkunftslisten. Die Übersichtsseite zeigt eine Landkarte und daneben eine Aufstellung der gesperrten Adressen, Netze und Länder.

Sie pflegen eigene Sperr- und Ausnahmelisten. Der Umfang der verfügbaren Listen hängt vom gebuchten Lizenzumfang ab.

Note

Einträge der eigenen Listen lassen sich in der Oberfläche nur anlegen und entfernen, nicht einzeln vorübergehend abschalten.